𝗘𝗜𝗡 𝗣𝗔𝗔𝗥 𝗟𝗜𝗘𝗕𝗘 𝗚𝗥Ü𝗦𝗦𝗘 𝗔𝗨𝗦 𝗗𝗘𝗠 𝗜𝗡𝗧𝗘𝗥𝗡𝗘𝗧 💌

in #deutsch • 3 days ago

Ich habe euch auf der Collage mal ein paar Nettigkeiten zusammengestellt, die mir zugeschickt wurden. Andere bekommen Urlaubsgrüße. Ich bekomme „Wir wissen, wo du wohnst“ und „Ich hoffe, dass du bald elendig verreckst“. Da fragt man sich doch, ob man sich für so viel Zuneigung nicht wenigstens mit einer Dankeskarte revanchieren sollte. 🥰

Einer schreibt, mehrere Antifa-Gruppen hätten mich „auf dem Kicker“. Ein anderer verkündet stolz, dass man weiß, wo ich wohne. Herzlichen Glückwunsch zu dieser sensationellen Entdeckung! Dafür musste vermutlich nicht einmal Sherlock Holmes aus dem Ruhestand geholt werden.

Die Adresse steht schon beim Ferienhaus, das ich einem Verein kostenlos überlassen habe, damit besonders belastete Menschen dort kostenlos Urlaub machen können. Und auch bei mir zu Hause nehme ich immer mal wieder Menschen auf, die gerade nicht wissen, wohin sie sollen, oder die einfach ein paar Tage kostenlos Urlaub brauchen. Wo ich wohne, ist also nun wirklich kein Staatsgeheimnis. Aber bitte, wenn man sich dadurch wie ein besonders gefährlicher Geheimagent fühlt: Ich will niemandem den Spaß verderben. 🕵️

Was habe ich angestellt? Ich habe eine politische Meinung und sage offen, wo ich stehe. Ein schweres Vergehen, ich weiß. Man könnte natürlich mit mir reden oder mir widersprechen. Aber warum sich mit Argumenten aufhalten, wenn „Nazi!“ schneller getippt ist?

Besonders komisch daran: Ich habe immer links gestanden und stehe dort auch heute noch. Ich bin sozial eingestellt, versuche anderen zu helfen, habe Hunderttausende Euro gestiftet und gespendet und Projekte für Menschen ins Leben gerufen, denen es nicht so gut geht. Aber vielleicht habe ich das Formular falsch ausgefüllt. Offenbar entscheidet inzwischen irgendein Fremder in meinem Postfach, was ich denke und wer ich bin.

Wer eine andere Meinung nicht erträgt, könnte meinen Beitrag einfach weiterscrollen. Das wäre allerdings erschreckend friedlich. Lieber erst die Freundschaft kündigen, dann beleidigen und zum krönenden Abschluss eine öffentlich auffindbare Adresse als große Drohung präsentieren. Ein wahres Fest der Toleranz.

Bei konkreten Drohungen müsste man eigentlich konsequent Anzeige erstatten. Wer meint, ein Fantasiename oder ein VPN mache ihn automatisch unsichtbar, sollte sich darauf jedenfalls nicht verlassen.

Ich mache Witze darüber, weil man diesen Irrsinn sonst kaum aushält. Traurig bleibt es trotzdem: Einige reden ununterbrochen von Haltung und Respekt – und verlieren beides, sobald jemand anders denkt.


Veröffentlicht mit Welako

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da steckt auf der anderen seite soviel hass und hetze,bedrohung unterste schublade

anzeige bei einer drohung würde ich machen

pass auf dich auf